von Walter Tauber

„Menschenleben retten in La Guajira bedeutet auch, Leben in der ganzen Welt zu retten“

Cerrejon JOCHEN SCHÜLLERFoto: Jochen Schüller

Bei einem Kohlekraftwerk geht es nicht nur um unsere Luft. Um unsere Umwelt. Um unsere Gesundheit. Es geht nicht nur darum, dass so eine Dreckschleuder wirtschaftlicher Unsinn und energiepolitischer Unfug ist.

Und ein Verbrechen gegen die Natur. Denken wir auch an die Menschen, die diese Kohle liefern? Für die indigenen Einwohner Kolumbiens bedeutet Kohle die Verletzung ihrer Menschenrechte, die Vertreibung aus ihren Dörfern, die Zerstörung ganzer Völker.

Daran erinnerte kürzlich eine Veranstaltung im ABC Bildungs- und Tagungszentrum in Hüll (https://www.abc-huell.de/). Felipe Corral Montoya präsentierte die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe des Steinkohlebergbaus in Kolumbien. Die sozialen Aspekte beleuchtete Juana Corral. Etwa den hohen Preis einer wirtschaftlichen Entwicklung, die dem Volk nur schadet: von 2016 bis Juni 2018 wurden in Kolumbien 331 Aktivisten ermordet. Bis 2018 gab es in La Guajira sechs Umsiedlungen von indigenen Völkern. Während die Mine täglich 45 Millionen Liter Wasser verschluckt, bleibt den Einheimischen gerade 0,7 Liter pro Person. Was in La Guajira geschieht ist Ethnozid: Von 2000 bis 2017 sind rund 4770 Wayuú Kinder gestorben wegen Mangel an Wasser und Nahrung.

Sindy Bouriyú, Sprecherin der indigenen Jugend von Wayuú, und Yessica Hoyos, Anwältin eines Kollektivs, das sich für Menschenrechte einsetzt, kamen aus Kolumbien nach Hüll, um an der Tagung teilzunehmen. Sie bedankten sich für den Einsatz der Stader gegen das Kohlekraftwerk. Hier im Video:

https://youtu.be/FT_FcWddcig

 

Juana Corral nennt in ihrer Präsentation „Bergbau und Menschenrechte in Kolumbien“ weitere Aktionen in Deutschland:

Kampagne Misereor Kohlestopp global! (2018):
https://misereor.de/mitmachen/aktionen/kohlestopp-global/

Aufruf zum Schutz der Indigenen Völker von Amnesty International (2018): 
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/organisationen-bedroht/

Urgewald-Besuch der RWE Hauptversammlung mit Betroffenen (jährlich):
https://urgewald.org/kampagne/hauptversammlungen