Ein Gas-Hafen sei unerlässlich für Stades Zukunft, meinen die einen.

Unsinn, kontern Gegner der fossilen Energieträger, in Deutschland gäbe es heute schon nicht ausgelastete Kapazitäten.

Wer auch immer Recht hat, über eine Infrastruktur-Investition von diesem Ausmaß sollte in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Wir glauben, dass die Debatte bislang nicht ausreicht. Die wollen wir anspornen.

In einem Artikel fasst Steffen Kappelt den Stand des Projektes Gashafen zusammen.

In einem Dossier haben wir Artikel und Gutachten über die technischen und wirtschaftlichen Aspekte der Flüssiggas-Nutzung zusammengetragen.

Und in einem Kommentar stellt Walter Tauber seine Meinung zum Thema dar – hiermit sei die Debatte auf Wiki Stade eröffnet.


 

BUND-Kommentar vom 27. April 2022

Kommentar: LNG-Terminals werden zur politischen Irrfahrt

Die geplante Änderung des Wasserrechts in Schleswig-Holstein im Zusammenhang mit den neuen Flüssigerdgasterminals (LNG-Terminals) kritisiert Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): 

„Die LNG-Nutzung widerspricht dem Klimaneutralitätsziel der Bundesregierung. Statt politischer Schnellschüsse braucht es ein belastbares Konzept für den Import erneuerbarer Energien. Die Landesregierung in Schleswig-Holstein sollte nicht in blinden Aktionismus verfallen, sondern Sorgfalt walten lassen. Es braucht eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit und eine Überprüfung der Klimabilanz von LNG-Terminals.

Die Landesregierung in Schleswig-Holstein begibt sich mit der Änderung des Wasserrechts auf denselben Irrweg wie die Bundesregierung: Sie meidet die öffentliche Diskussion und verkürzt die demokratischen Verfahren. Damit wird eine riskante Politik der vollendeten Tatsachen etabliert. Die aufschiebende Wirkung von Klagen gegen Planfeststellungsbeschlüsse wird unmöglich. CDU, Grünen und FDP entmündigen die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein.  

Es braucht dringend mehr Beteiligung, um die zukünftigen Gasimportinfrastrukturen mit den Zielen der Energiesouveränität und Klimaneutralität zu vereinbaren. Die Energieversorgung ganz allgemein zum öffentlichen Interesse zu erklären, geht an der Komplexität des heutigen Energiesystems völlig vorbei.” 

Weitere Informationen: LNG-Importe stehen im Verdacht, teilweise klimaschädlicher zu sein als die Kohlenutzung, da Transport und Verflüssigung sehr energieintensiv sind und zu hohen Methanemissionen führen. Die Lieferverträge für LNG werden voraussichtlich eine Laufzeit über 20 Jahre und mehr haben - weit über die derzeitige Krisensituation hinaus. Stationäre LNG-Terminals, die erst Mitte der 2020er Jahre in Betrieb gehen, tragen somit kurzfristig nicht zu einer besseren Versorgungssicherheit bei. 

Ein vom BUND vorgelegtes Papier „Einsparungen jetzt! Für Energiesouveränität und ein krisenfestes Ernährungssystem“ fordert von der Bundesregierung angesichts des Krieges in der Ukraine Sofortmaßnahmen in unterschiedlichen Sektoren: https://www.bund.net/sofortmassnahmen

Kontakt: Oliver Powalla, BUND-Energieexperte (Gas), Tel.: 030-27586-436, Mobil: 0163- 6854324, E-Mail:

BUND-Pressestelle:
Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Clara Billen | Lara Dalbudak
Tel. 030-27586-497 |-531 |-464 |-425 | E-Mail: , www.bund.net

 


Hinterm Horizont geht es weiter


Mit Wasserstoff – Erst einmal kommt Flüssiggas

Von Steffen Kappelt

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Corona ist pillepalle im Vergleich zur Klimakrise


Von Walter Tauber

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Reaktionen:

"Ausbau Alternativer Energien forcieren statt LNG-Terminal in Stade" Bündnis 90/Die Grünen, Ortsvorstand Oldendorf-Himmelpforten, PDF


 

„Zukunft Gas“: wie ein PR-Lobbyverband der Gasindustrie die deutsche Klimapolitik verwässert - von Nina Katzemich

 

Fracking-Erdgaspartnerschaft zwischen Stade und Quebec: Deutsche Umwelthilfe und 39 Umweltorganisationen aus Deutschland und Kanada kündigen Widerstand an - von Deutsche Umwelthilfe e.V.

 

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