von Walter Tauber

Erde... könnte glauben, wer mit etwas Optimismus anschaut, was sich so tut zugunsten unserer Umwelt. Neue Erfindungen, neue Initiativen von Bürgern, ja sogar Gerichtsentscheide beweisen uns täglich, dass ein Wandel möglich ist.

Die Technik bietet immer neue Möglichkeiten, um unseren Energiehaushalt zu verbessern: Forscher vom Helmholtz-Institut Ulm des Karlsruher Instituts für Technologie etwa entwickeln Batterien aus Apfel-Kompost (https://biooekonomie.de/nachrichten/batterie-aus-apfelresten). Das dürfte gerade  im Alten Land die Menschen interessieren.

Die Niederlanden beweisen immer wieder, dass sie Vorreiter sind auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien. Nachdem schon eine schwimmende Fotovoltaik-Anlage auf einem Baggersee installiert wird (https://www.sonnewindwaerme.de/photovoltaik/schwimmendes-pv-projekt-niederlanden), will eine Firma auch auf dem Meer, wo „endlos Raum zur Verfügung steht“ offshore-Fotovoltaik Anlagen bauen. Das erste Modul soll vor der Küste von Schevenigen entstehen (https://oceansofenergy.blue/).

Trotzdem tun auch die Niederlanden noch lange nicht genug. Die Regierung erhielt deshalb eine Abmahnung von der Justiz. Ein Gericht entschied zugunsten einer Klage von 886 Bürgern: Die Klimapolitik der Regierung ist illegal. Das Land muss seinen Co2 Ausstoß in 5 Jahren um 25 Prozent reduzieren (https://www.theguardian.com/environment/2015/jun/24/hague-climate-change-judgement-could-inspire-a-global-civil-movement?CMP=share_btn_fb&fbclid=IwAR3p9vg9hG5REJeI9sEEHMbnk_UEDSwBobkfHf97BTwoN3eCR8ZrdJa5ctw). Im Nachbarland Belgien haben sich schon 8000 Bürger zusammengetan, um auch ihre Regierung wegen unterlassener Klimapolitik zu verklagen. Daraus könnte eine weltweite Bewegung entstehen. Vielleicht auch „Juristen for Future“ ?

Unter dem Druck der Jugendlichen Proteste anerkennen die Mächtigen heute eher, was lange schon klar war. Etwa wenn Uno-Generalsekretär António Guterres erklärt, Subventionen für fossile Energiequellen würden „die Welt zerstören“ (https://www.commondreams.org/news/2019/05/29/fossil-fuel-subsidies-mean-using-public-money-destroy-world-un-chief)., Und schon längst hat die Uno-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung FAO anerkannt, dass nachhaltige Landwirtschaft entgegen aller Propaganda der Agro-Konzerne die Welt ernähren kann (http://www.fao.org/publications/fofa/en/).

Vor allem aber kämpfen Menschen weltweit für das gemeinsame Ziel, unseren Planeten zu retten. Ganz vorne die indigenen Völker, etwa die Karuk, Yurok und Klamath in Nordkalifornien, die sich dem Ausbau der Pipelines für Fracking-Gas widersetzen (https://intercontinentalcry.org/karuk-yurok-klamath-tribes-oppose-pacific-connector-pipeline/). Das ist das Gas, dass auch in Stade an Land gehen soll, wenn die LNG-Fans ihren Willen durchsetzen.

Immer wieder können wir uns freuen über Nachrichten, die beweisen, dass die angebliche „Alternativlosigkeit“ - das Mantra konservativer Politiker – nur verbiestertes Festhalten an herkömmlichen und vor allem einträglichen Geschäftspraktiken ist. Im vergangen Jahr geschah in England etwas, dass lange für eine Utopie gehalten wurde. Das Land funktionierte, je nach Quellen, 100, 1000 oder gar 3000 Stunden lang ganz ohne Kohlestrom. Eine Internet-Suche wird das bestätigen – und  ist zugleich ein Lehrstück über die Unzuverlässigkeit journalistischer Produktion!

Zuletzt die schönste Meldung: In Jerusalem haben Palästinensische und Israelische Schüler gemeinsam für das Klima gestreikt (https://www.climatechangenews.com/2019/05/24/bigger-palestinian-israeli-teens-strike-together-climate/). Der Kampf gegen die Zerstörung unserer Umwelt ist auch ein Kampf für den Frieden. Auch das sollten sich unsere Politiker mal hinter die Ohren schreiben, wenn sie sich auf militärische „Friedenseinsätze“ im Ausland einlassen.