Am 20. September verwüstete Hurricane Maria die US-Insel Puerto Rico. Er zerfledderte das elektrische Netz, zerstörte Häuser, tötete neun Menschen. Während die Bürger sich nach dem Sturm stundenlang in Schlangen aufstellen mussten, um Lebensmittel, Trinkwasser oder Benzin zu ergattern, freute sich Hector Santiago über sein Glück – und seinen Weitblick.

Der Gartenbauer in Barranquitas, einem 30'000 Einwohner zählenden Städtchen in den Bergen, 55 Km südwestlich der Hautstadt San Juan, konnte in wenigen Tagen den Betrieb wieder aufnehmen. Gewiss fehlte einigen seiner Gewächshäuser das Dach, und zahlreiche Blumen waren durch Wind und Regen geplättet.

Doch während Präsident Trump in San Juan durch seinen gefühllosen Auftritt die Welt schockierte, setzte Santiago seine 19 Angestellten schon wieder an die Arbeit. Denn er besaß etwas, das sonst kaum einer noch hatte auf der Insel: Elektrizität. Vor sechs Jahren investierte er 300'000 US$, um seine 16 Hektar große Gärtnerei mit 244 Solarpaneelen auszurüsten und seine Bewässerungsanlage mit Strom zu versorgen. “Alle sagten, ich sei verrückt, das sei viel zu teuer,” erklärte Santiago nach dem Sturm. “Jetzt habe ich Strom, die andern nicht.”