Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet im November die Stadt Leipzig als Energie-Kommune des Monats aus.

Berlin, 28. November 2019 – Leipzig will bis zum Jahr 2022 raus aus der Braunkohle. Deshalb steht der Wärmesektor weit oben auf der Agenda. Im Rahmen dieser Transformation werden rund 250 Megawatt (MW) neue Erzeugungskapazitäten und 100 MW ergänzende Speicherkapazitäten aufgebaut. „Die Umstellung der Energieversorgung hin zu regenerativen Quellen ist eine Riesenaufgabe. Die Stadt Leipzig will den Strukturwandel gestalten und seine Bürger*innen daran beteiligen“, sagt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Der Leipziger Stadtrat hat Ende Oktober 2019 auf Grundlage eines Antrages des Jugendparlaments beschlossen, den Klimanotstand auszurufen. Der Beschluss soll mehr als Symbolpolitik sein. Künftig wird also bei allen Vorhaben geprüft, welche Auswirkungen sie auf den Klimaschutz haben. Klimaschutz ist in Leipzig mehr als ein Trend: Im Jahr 1993 ist die Stadt dem Klima-Bündnis beigetreten, 2017 wurden die Klimaschutzbemühungen der Stadt sogar mit dem European Energy Award (EEA) in Gold ausgezeichnet.

10KEDS Jahrestagung EEAgold 4801 Daniel KochFoto: Daniel Koch

Der beschlossene Transformationspfad, um aus der Braunkohle auszusteigen, sieht den Bau erneuerbarer Technologien, innovativer Kraft-Wärme-Kopplungs-Systeme in Kombination mit Solarthermie und Power-to-Heat sowie noch konventioneller gasbasierter Heizkraftwerke vor. Dabei wird in der Gas-Kraft-Wärme-Kopplung eine Brückentechnologie gesehen, die perspektivisch den Einsatz zukunftsfähiger regenerativer und synthetischer Gasbrennstoffe für eine CO₂-neutrale Wärmeversorgung möglich macht. Ab Herbst 2022 will die Stadt damit weitgehend unabhängig von der Braunkohle sein. „Wir wollen Versorgungssicherheit und Klimaschutz unter einen Hut bringen: Es ist wichtig, selbst die Initiative zu ergreifen, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und zu überzeugen und den Strukturwandel aktiv zu gestalten“, sagt Burkhard Jung (SPD), Oberbürgermeister der Stadt.

Solarenergie dank Bürgergenossenschaft ausgebaut

Im Strombereich decken Erneuerbare Energien in Leipzig bereits 75 Prozent des Energiebedarfs der kommunalen Liegenschaften. Der Trend zeigt auch, dass Solarstrommodule bereits auf einigen öffentlichen Gebäuden installiert sind. Zudem hat sich im Jahr 2013 die Energiegenossenschaft Leipzig gegründet, die aktiv Bürger*innen an der Energiewende beteiligt. Teilweise wird der Solarstrom sogar direktvermarktet: Solaranlagen auf dem Ludwig-Hupfeld-Center erzeugen Strom, der direkt von den ansässigen Unternehmen verbraucht wird.

Enegiegenossenschaft LeipzigEnegiegenossenschaft Leipzig

Zusätzlich kooperiert die Energiegenossenschaft mit der Bürgerwerke eG, die ein bundesweiter Zusammenschluss verschiedener Energiegenossenschaften ist und Ökostrom vermarktet. 366 Module erzeugen hier seit 2015 sauberen Sonnenstrom. Die gesamte Anlage liefert dabei 72 700 kWh pro Jahr, womit 20 Haushalte versorgt werden können. Damit werden jährlich etwa 49 Tonnen CO₂ eingespart. Seit März 2018 ist die zweite Solaranlage der Genossenschaft am Netz – sie befindet sich im Leipziger Stadtteil Connewitz und wurde zu 100 Prozent durch deren Mitglieder finanziert.

Ein ausführliches Online-Portrait von Leipzig finden Sie auf kommunal-erneuerbar.de.