Stade, Altstadt, am Freitag den 31. Juli. Die Straßen sind voller Menschen, Touristen aus allen Ecken des Landes, Einkaufsbummler. Zunächst sind es nur wenige, die plötzlich aufschauen. Dringt da nicht Musik durch die Straßen der Altstadt? Ja, jetzt hören es auch Andere, der leise, klagende Klang einer einzelnen Violine ist zu vernehmen, langsam kommt er näher. Jetzt ist auch das feine Bimmeln von Zimbeln und Triangeln zu vernehmen, und dann kommen sie heran, eine bunte Schar sich anmutig zum Klang der Violine drehender und tanzender Schmetterlinge. Der Zug schwenkt vorüber, zieht weiter und schwenkt dann nach links, wo sich die Schmetterlinge in einem Halbkreis aufstellen. Noch schwenken sie die Flügel. Der mit den riesigen Flügeln, der Gott der Schmetterlinge, steht hinter ihnen und über ihnen und breitet seine mächtigen Flügel aus. Ein schönes Bild! Aber da hören wir den nun zittrig gewordenen Ton der Violine, „Nachtsegen“ von Hufeisen. Die Violine erstirbt, eine einsame Flöte übernimmt die Melodie, traurig, ,klagend, und ein Schmetterling nach dem anderen sinkt her nieder. Der Gott der Schmetterlinge steigt von seinem Podest und breitet segnend nacheinander seine Flügel über sie aus. Langsam schreitet er die Reihe der Zusammengesunkenen ab. Die Flöte verstummt, und er steht traurig und mit hängenden Flügeln über ihnen.

Wieder ertönt die Flöte, der zweite, hoffnungsvollere Teil des „Nachtsegens“ erklingt. Ein letztes mal breitet er majestätisch seine großen Flügel aus und siehe da, einer nach dem anderen richten sich die Schmetterlinge auf, breiten hoffnungsfroh ihre Flügel aus.

Wird es noch Hoffnung für sie geben, in einer immer weiter vergifteten und von Raubbau gezeichneten Welt?

Wieder ertönt die Violine um den Zug weiter zu führen, zu ihrem nächsten Stop.

„SIE GEHEN LEISE ABER FÜR IMMER“

Eine Aktion der „Artists for Future Stade“