Chancen steigen für grüne Energie –
Diskussion um Flüssiggas

Von Steffen Kappelt
Aus für die Kohle. Die Pläne fürs Kohlekraftwerk Stade bei Dow werden wohl nicht umgesetzt. Wenn das Kohlekraftwerk nicht in den nächsten drei Jahren gebaut wird, rechne sich der Bau betriebswirtschaftlich nicht mehr, sagte Frank Peter, Experte der Denkfabrik Agora aus Berlin, während der Diskussion von Wiki in der Seminarturnhalle.

„Gehen Sie davon aus, dass das Kohlekraftwerk zu 99 Prozent nicht mehr gebaut wird“, so Peter. In den nächsten Jahren sei vermehrt grüner Strom am Markt. Kohle steht in Konkurrenz zur Windenergie im Norden. Sollte Dow das Kohlekraftwerk doch zur Baureife bringen, werde die Kommission zum Kohleausstieg die Pläne stoppen, sagte der Experte.

Peter regte an, sich mit erneuerbarer Energie für Dow zu beschäftigen. Sie müsste preiswert und ausreichend zur Verfügung stehen. Die Denkfabrik Agora bot an, Rat und Dow zu beraten. Für grünen Industriestrom müsse es eine öffentliche Anschubfinanzierung geben wie beim Start der Solarenergie. Unterstützt wurde Peter dabei durch den SPD-Energieexperten Michael Müller. Die Umsetzung von sauberer Energie müsse schneller gehen.

Auch Bürgermeisterin Silvia Nieber, SPD, zeigte sich offen für neue Energiekonzepte bei Dow Chemical. Die Diskussion dazu ist eröffnet. CDU-Bürgermeisterkandidat Sönke Hartlef hielt sich bei der Energiefrage zurück – aber die Arbeitsplätze dürften nicht gefährdet werden. Auffällig: Dow-Vertreter Claudio Ciuchini zeigte sich aufgeschlossen für neue Energien, besonders für Wasserstoff, ohne die Kohlepläne aufzugeben. Hängt vielleicht mit der vor dem Oberverwaltungsgericht gewonnenen Klage zusammen. Die Kohlekläger wünschen eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Die juristischen Auseinandersetzungen sind überflüssig, wenn die Kohlepläne zu den Akten gelegt werden. Dann könnten Pläne aufgelegt werden mit erneuerbaren Energien. Oder soll die Steinkohle durch ein neues, größeres Gaskraftwerk abgelöst werden? Dow bewirbt sich um einen Terminal für das Flüssiggas LNG. Die Energiediskusssion in Stade nimmt Fahrt auf.



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